Ein niedergelassener Arzt, der sein Profil in einem Gesundheitsverzeichnis aktualisiert, ein Apotheker, der die Konformität seiner Website überprüft, eine Krankenschwester, die ein Referenzdokument für digitale Best Practices konsultiert: Diese alltäglichen Situationen beruhen alle auf demselben Bedürfnis. Zugang zu zuverlässigen, aktuellen und den gesetzlichen Rahmenbedingungen des Online-Gesundheitssektors angepassten beruflichen Informationen.
Gesundheitsdaten und zertifizierte HDS-Hosting: Was jeder Fachmann überprüfen muss
Bereits bevor Inhalte online veröffentlicht oder digitale Dienstleistungen angeboten werden, stellt sich die Frage der Speicherung von Gesundheitsdaten. Jeder Fachmann, der Patientendaten über ein vernetztes Tool verarbeitet, muss sicherstellen, dass der verwendete Hosting-Anbieter über die HDS-Zertifizierung (Hébergement de Données de Santé) verfügt.
Diese Zertifizierung garantiert ein Sicherheitsniveau, das den Anforderungen des öffentlichen Gesundheitsgesetzes entspricht. Sie umfasst die Verschlüsselung von Daten, die Nachverfolgbarkeit von Zugängen und den physischen Standort der Server. Ein nicht zertifizierter HDS-Host setzt den Fachmann Sanktionen aus, selbst wenn die Daten bei einem Drittanbieter gespeichert sind.
Haben Sie schon bemerkt, dass einige Plattformen für Terminvereinbarungen oder Telekonsultationen ein HDS-Logo anzeigen? Das ist kein Marketingargument. Es ist eine gesetzliche Verpflichtung im Zusammenhang mit der DSGVO und den spezifischen Regeln im medizinischen Sektor. Wenn man die beruflichen Informationen auf Santé 365 konsultiert, findet man genau diese Art von nützlichen Hinweisen, um digitale Entscheidungen konform zu treffen.
Für eine Praxis besteht der Reflex darin, drei Fragen an seinen technischen Dienstleister zu stellen:
- Ist der Hosting-Anbieter HDS-zertifiziert und ist diese Zertifizierung aktuell?
- Werden die Patientendaten auf Servern in Frankreich oder in der Europäischen Union gespeichert?
- Wurde ein Verzeichnis zur Datenverarbeitung gemäß der DSGVO eingerichtet?
Ohne klare Antworten auf diese drei Punkte besteht ein reales rechtliches Risiko.

Digitale Identifikation von Gesundheitsfachleuten: e-CPS und Pro Santé Connect
Die elektronische Identifikation ist die Grundlage jedes digitalen Gesundheitswegs. Seit mehreren Jahren coexistiert die physische CPS-Karte mit ihrer digitalisierten Version, der e-CPS-App, die es ermöglicht, sich über ein Smartphone zu authentifizieren.
Die e-CPS ersetzt schrittweise die physische Karte, um Zugang zu digitalen Gesundheitsdiensten zu erhalten. Sie funktioniert mit Pro Santé Connect, einem einzigartigen Authentifizierungsmechanismus, der Zugang zu zahlreichen Tele-Diensten bietet: Konsultation des RPPS (Répertoire Partagé des Professionnels de Santé), Zugang zum DMP (Dossier Médical Partagé), Nutzung des Tele-Dienstes INSi zur Überprüfung der nationalen Gesundheitsidentität eines Patienten.
Warum diese Wahl einer mobilen Anwendung anstelle einer Chipkarte? Die Antwort liegt in der zunehmenden Mobilität der Fachleute. Ein Arzt auf Hausbesuch, ein Pfleger auf Tour oder ein Bereitschaftsapotheker benötigen schnellen und sicheren Zugang, ohne ein spezielles Kartenlesegerät.
Die e-CPS praktisch aktivieren
Die Aktivierung erfolgt durch den Download der offiziellen App und dann durch ein Verfahren zur Identitätsüberprüfung, das mit der RPPS-Nummer verbunden ist. Ohne gültige RPPS-Nummer ist keine Aktivierung möglich. Dieser Punkt blockiert regelmäßig junge Absolventen, die ihre Registrierung bei der Berufsordnung noch nicht abgeschlossen haben.
Einmal aktiviert, gewährt die e-CPS Zugang zu allen Pro Santé Connect-kompatiblen Diensten. Der Fachmann muss sich nicht mehr mehrere Identifikationen merken.
Telekonsultation und verschärfter rechtlicher Rahmen ab 2026
Die Telemedizin hat eine schnelle Expansion erlebt, aber der rechtliche Rahmen wurde strenger. Ab 2026 gelten neue Regeln, die die Fernverschreibungen strenger regeln. Die maximale Dauer einer in der Telekonsultation ausgestellten Krankschreibung ist nun begrenzt, mit bestimmten Ausnahmen, die dem behandelnden Arzt und der zuständigen Hebamme vorbehalten sind.
Parallel dazu hat ein Dekret von Juli 2026 die Referenzierung und Genehmigung von Telekonsultationsunternehmen verstärkt. Die Kontrollen beziehen sich auf die Einhaltung der Best Practices, und die Möglichkeiten zur Aussetzung oder Nichtverlängerung der Genehmigung wurden erweitert.
Exklusives Telekonsultationsangebot: ein rechtlich instabiles Terrain
Die Frage des ausschließlichen Fernzugangs bleibt umstritten. Ein Gerichtsurteil aus dem Jahr 2026 gab einem Allgemeinarzt, der ausschließlich in der Telekonsultation tätig war, recht, während die Ärztekammer weiterhin grundsätzlich dagegen ist. Die rechtliche Unklarheit bleibt zwischen der Rechtsprechung und der ordentlichen Position bestehen.
Für Fachleute, die die Telekonsultation in ihre Praxis integrieren, erfordert Vorsicht, jede Handlung zu dokumentieren, die Kompatibilität der verwendeten Plattform mit den Referenzdokumenten der ANS zu überprüfen und sicherzustellen, dass die Verschreibungen die neuen Einschränkungen einhalten.

Schulung in digitalen Kompetenzen im Gesundheitswesen: eine Herausforderung für den Berufsweg
Die Beherrschung digitaler Werkzeuge beschränkt sich nicht darauf, eine Praxisverwaltungssoftware zu nutzen. Das Pix+ Programm für Gesundheitsfachleute, das in Partnerschaft mit der Ministerialdelegation für digitale Gesundheit gestartet wurde, bietet eine Bewertung und Unterstützung der digitalen Kompetenzen, die spezifisch für die Berufe im Gesundheitswesen sind.
Dieses Programm deckt konkrete Situationen ab:
- Die Gesundheitsdaten eines Patienten während eines Austauschs zwischen Fachleuten zu schützen
- Das Dossier Médical Partagé korrekt für die Koordination der Pflege zu nutzen
- Die Risiken im Zusammenhang mit der Nutzung nicht konformer Werkzeuge zu identifizieren (unsichere Messaging-Dienste, Speicherung auf persönlichen Servern)
- Eine Telekonsultation unter Einhaltung des ethischen Rahmens anzubieten
Digitale Kompetenzen sind mittlerweile Teil der kontinuierlichen Weiterbildung. Gesundheitseinrichtungen und freiberufliche Fachleute sollten diese Bewertungen in ihren beruflichen Entwicklungsplan integrieren.
Der rechtliche Rahmen für digitale Gesundheit entwickelt sich jedes Jahr weiter, mit direkten Auswirkungen auf die tägliche Praxis. Die Zertifizierung seines Hosting-Anbieters zu überprüfen, seine digitale Berufsidentität zu aktivieren, die neuen Regeln für Telekonsultationen einzuhalten und seine digitalen Kompetenzen aktuell zu halten, sind keine optionalen Schritte. Sie sind die Voraussetzungen für eine konforme und sichere Ausübung.



